Barzahlungen minimieren bis verbieten

Erst kürzlich gab es wieder Nachrichtenmeldungen, dass überlegt wird Barzahlungen über 5.000 EUR zu verbieten. Solche oder ähnliche Forderungen bis hin zum völligen Verbot von Barzahlungen gab es schon öfter. Meist wird dies mit Kriminalitäts- oder Terrorismusbekämpfung begründet. Doch solche Forderungen sind eine enorme Einschränkung für den durchschnittlichen Bürger.

Datenschutz

Ein Problem von bargeldlosem Zahlungsverkehr ist die Tatsache, dass solche Zahlungen über elektronische Protokolle zurückverfolgt werden können. Somit können Beträge, Zeitpunkte und mitunter auch die jeweiligen Gegenleistungen ermittelt werden. Dies kann für einige unerwünschte Nebeneffekte haben. Es ist keine Neuigkeit, dass immer mehr Datensätze miteinander verknüpft werden. Dies kann soweit führen, dass bspw. Käufe von als ungesund eingestufen Lebensmitteln (es wurde auch schon über Steuern auf Fett nachgedacht) zu einer Herabstufung in Versicherungsklassen genutzt werden könnte.

Abhängikeit von Zahlungsdienstleistern

Um bargeldlos zahlen zu können, benötigt man Institutionen, die einem dies ermöglichen, meist sind es Banken. Somit macht man sich bei bargeldlosem Zahlungsverkehr auch abhängig von Banken, was unangenehme Folgen haben kann.

Einerseits ist man auf das Funktionieren des Zahlungsnetzes angewiesen. Sollte es hier Systemstörungen geben, kann man mitunter Rechnungen nicht begleichen, was in einer Notsituation bis zum Verdursten führen kann, wenn man zwar Geld hat, dieses aber nicht ausgeben kann.

Andererseits können Zwangsmaßnahmen ebenso leicht umgesetzt werden. Es genügt nur ein elektronischer Sperrvermerk und schon ist der Zugang zum Konto gesperrt, was einer Existenzvernichtung gleichkommen kann.

Sollte Bargeld irgendwann ganz abgeschafft werden, wäre es nicht einmal möglich geringe Mengen an Bargeld vorzuhalten, was obige Ausführungen noch verstärken würde. Zusätzlich können Banken dann auch Negativzinsen einführen, ohne dass man diesen entkommen könnte. Auch staatlichen Zwangszinsen auf Geldvermögen ist man dann auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, egal ob diese mit dem Grundgesetz vereinbar sind oder nicht.

Zahlungsdienstleister sind auch nur Unternehmen

Hinzu kommt, dass Zahlungsdienstleister auch nur Unternehmen sind und Gewinne erzielen wollen. Ihnen würde also eine Quasi-Zwangsbindung an sie eher Vorteile bringen. Zudem kann es bei Unternehmen jederzeit passieren, dass diese Insolvenz anmelden müssen, wenn diese zuviele schlechte Entscheidungen getroffen haben. Diesem Geschäftsrisiko kann man bei einer Pflicht zur bargeldlosen Zahlung nicht mehr entkommen, indem man seinen Geldbestand als Bargeld hält.

Unternehmen sollen stärker belastet werden

Immer wieder hört man die Forderung, dass Unternehmen stärker belastet werden sollen. Dadurch erhofft man sich, dass die höhere Abgabenlast beim Unternehmen angesiedelt würde und Konsumenten entlastet werden. Diese Argumentation hat jedoch auch ihre Schwächen.

Im Prinzip leben Unternehmen davon, dass Ihre Produkte von Konsumenten gekauft werden.  Bei der Erstellung der Produkte entstehen den Unternehmen gewisse Kosten, die durch die Einnahmen gedeckt werden müssen. Der Betrag der Einnahmen, der die Kosten übersteigt, kann man als Gewinn ansehen.

Der Gewinn ist meist die Grundlage für die Besteuerung oder andwereite Belastungen. Somit wird der Gewinn der Unternehmen durch eine höhere Abgabenlast geschmälert. Dem Gewinn gibt es aber nicht als Selbstzweck, sondern er dient bspw. dazu neue Investitionen zu tätigen oder die Kapitalgeber zu entlohnen.

Soll dies in gleichem Maße wie bisher geschehen, müssten also die Preise der Produkte steigen. Dies wiederum belastet wieder die Konsumenten, die durch dieses Vorgehen eigentlich entlastet werden sollten. Dies ist aber schwer möglich, da wie schon erwähnt, der Konsument der letzte in der Kette ist. Produktion kommt immer vor Konsum. Man hätte also alternativ die Abgaben gleich beim Endkonsumenten erhöhen können.

Hinzu kommt, dass bei einer Produktionskette, bei der ein Unternehmen Vorprodukte von anderen Unternehmen kauft, bei dem die Abgabenlast und somit die Preise ebenfalls gestiegen sind, nun neben der höheren Abgabenlast auch noch höhere Materialkosten zu tragen hat, welche sich ebenfalls in höheren Preisen niederschlagen werden.

Der Konsument wird also in jedem Fall immer belastet, egal ob die Unternehmen oder die Konsumenten eine höhere Abgabenlast tragen müssen. Der Vorteil gleich den Konsumenten zu belasten, liegt darin, dass er besser erkennen kann, wie hoch die eigentliche Last ist. Im umgekehrten Fall kommen zu der Einkommensteuer noch diverse Steuern hinzu, die noch direkt erechnet werden könnten, wie z. B. die Versicherungssteuer, die Umsatzsteuer oder die Mineralölsteuer. Andererseits trägt der Konsument aber auch bspw. von den Unternehmen die Grundsteuer, die Gewerbesteuer oder die Körperschaftsteuer mit. Diesen Teil der Abgaben, den letztendlich auch der Konsument zahlen muss, ist hingegen nicht mehr direkt errechenbar oder ersichtlich.

Mit oder gegen den Strom schwimmen

Ist es besser individuell zu sein oder ein Teil der Masse, der handelt wie jeder andere. Oft sehe ich auch Menschen, die extrem in die eine oder andere Richtung tendieren. Denen, die sich bewusst für eine bestimmte Verhaltensweise entscheiden wollen, ohne dies dem Zufall überlassen zu wollen, gebe ich folgende Denkanstöße mit auf den Weg.

Schwimmen mit dem Strom

Mit dem Strom zu schwimmen erfordert meist weniger Einfallsreichtum. Man muss sich nur nach dem Großteil der anderen richten und schon weiß man, was zu tun ist.

Diese Handlungsweise erfordert also weniger Energie und ist leichter umzusetzen. Man muss sich auch nicht anderen gegenüber für sein Verhalten verantworten, da man sich der gesellschaftlichen Norm (also dem Durchschnitt) entsprechend verhält.

Hierbei kann es jedoch zu einer Art innerer Unzufriedenheit kommen, da das Normverhalten vom eigentlichen Wunschverhalten (so wie man es selbst als positiv ansehen würde) abweicht.

Schwimmen gegen den Strom

Gegen den Strom zu schwimmen erfordert mehr Eigeninitiative. Man muss eine von der Norm abweichende Meinung haben und diese auch vertreten, sowohl sich selbst gegenüber, in seinem Handeln und auch anderen gegenüber.

Damit kann es mehr Mut und Energie kosten, falls das abweichende Verhalten gesellschaftlich nicht anerkannt ist. Wenn man beispielsweise auf die explizite Ansprache des weiblichen Geschlechts verzichtet, könnte dies von vielen als frauenfeindlich abgestempelt werden. Dies kann sogar passieren, wenn man überhaupt nicht die Intention hat, Frauen zu unterdrücken, sondern nur eine bessere Verständlichkeit durch das Auslassen von weiblichen Endungen im Sinn hat.

Zudem kann ein abweichendes Normverhalten, soweit es mit eigenen Wunschverhalten konform geht, ein besseres Lebensgefühl geben, wenn man sich damit wohler und glücklicher fühlt. Ein Schwimmen gegen den Strom beinhaltet somit meist mehr Risiko, aber auch mehr Chancen dem eigenen Glück näher zu kommen.

Fazit

Wie man sieht, gibt es Gründe mal gegen und mal mit dem Strom zu schwimmen. Je nachdem, welche Vorteile sich für das persönliche Lebensgefühl ergeben, sollte man sich für eine Richtung entscheiden. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass diese Entscheidung bewusst getroffen werden kann.

Wenn man sich immer gegen die Masse auflehnt, nur weil man anders sein will, dann kann das jene Menschen zwar zufriedenstellen, die hieraus ein bestimmtes Geltungsbedürfnis befriedigen können. Allein aus Prinzip immer gegen den Strom zu schwimmen, kann jedoch auf Dauer ziemlich frustierend sein.

Im Prinzip ist weder das eine noch das andere Verhalten prinzipiell als positiv oder negativ zu bewerten. Erst die eigene Bewertung unter Einbeziehung der möglichen Konsequenzen hilft hier eine Entscheidung zu treffen. Das Resultat dieser Bewertung wird wahrscheinlich eine gesunde Mischung aus beidem sein.